Wolfgang-Borchert-Gymnasium Langenzenn
Naturwissenschaftlich-Technologisch und Sprachlich
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Unsere Fahrt nach Limonges vom 22.9. - 30.9.2022

... ein Reisetagebuch

Donnerstag 22.9.22

Am ersten Tag des Austauschs, dem Donnerstag, stand außer der 16-stündigen Fahrt nach Limoges nichts auf dem Programm. Los ging es früh um 7 Uhr vor dem Gymnasium in einem Reisebus: 26 Schüler sowie Frau Troppmann und Herr Arnold. Die Fahrt zog sich und aus den zunächst geplanten 13 Stunden wurden nach vielen Stopps, Staus,

Langeweile aber auch viel Spaß die genannten 16. Um 11 Uhr abends erreichten wir schließlich Limoges, die Partnerstadt von Fürth in der Region Nouvelle Aquitaine, und das Collège Léonard Limosin, unsere Austauschschule.

Vor der Schule warteten auch schon unsere Austauschschüler mit ihren Familien, um uns abzuholen. Es war komisch, sich vorzustellen, jetzt eine Woche bei irgendjemand Fremdes zu verbringen, doch wir gewöhnten uns alle daran. Schließlich brachten uns unsere Austauschfamilien nach Hause.

Alexander & Moritz

 

Freitag 23.9.22

Heute war unser erster Tag in Limoges. Früh haben wir eine Führung durch die Schule bekommen. Das Besondere ist, dass sich auf dem Schulgelände sowohl ein Collège (6.-9. Klasse) als auch ein Lycée (10.-12. Klasse) befindet, deswegen ist es auch eine „Cité scolaire“. Aufgefallen ist uns, wie sehr französische Schulen bewacht sind: Die Schüler müssen früh und nachmittags einen Pass vorzeigen, um ins Schulgelände hinein bzw. wieder hinaus zu kommen. Auch das Vorhandensein einer Krankenstation mit zwei richtigen Krankenschwestern ist typisch für französische Schulen.

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 Danach gab es für uns einen Empfang im „Hôtel de ville“, also im Rathaus von Limoges. Wir erhielten dort eine interessante Führung, die uns u.a. in den Sitzungssaal des Stadtrates führte sowie in den Trauungssaal – wir kamen uns vor wie in einem Schloss. Nicht nur Portraits der bisherigen Bürgermeister von Limoges gab es im Rathaus zu sehen, sondern auch die Portraits von sämtlichen bisherigen französischen Präsidenten – und natürlich ein Bild von „Marianne“, einem Symbol für die Französische Republik, die in keinem Rathaus fehlen darf.

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Zurück an der Schule gab es unser erstes Mittagessen in der Kantine. Man musste sich anstellen und durfte eine Vorspeise, einen Käse, ein Hauptgericht, ein Dessert sowie Brot auswählen.

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Anschließend haben wir bis 16 Uhr, manche von uns sogar bis 17 Uhr, den Unterricht besucht. Im Deutschunterricht haben uns die Schüler Fragen gestellt („Wie heißt du?“, „Woher kommst du?“), die wir natürlich gerne beantwortet haben.

Den restlichen Tag verbrachten wir mit unseren Austauschschülern und ihren Familien. Manche von uns begleiteten sie zu ihren Hobbies.

Auch das Wochenende verbrachten wir mit unseren „corres“ und ihren Familien und unternahmen verschiedene Sachen mit ihnen. 

Isabel & Elena

Montag 26.9.22

Am Montagmorgen werde ich eher unsanft um 6.40 Uhr von meinem Wecker aus dem Schlaf gerissen, nachdem ich in der Nacht mehrmals wegen eiskalten Händen und Füßen aufgewacht war. Ich stehe also auf und mache mich fertig für die Schule. Um 6.50 Uhr gehe ich Frühstücken. Ich esse alleine, da in meiner Gastfamilie erst später oder gar nicht gefrühstückt wird. Es gibt Brioche und Kakao oder Kaffee. Danach habe ich noch ca. 30 Minuten Zeit, um nochmal zu entspannen.

Um 7.30 Uhr geht es dann mit dem Auto los zur Schule, dort treffen wir auf die anderen Austauschpaare und unsere lieben Französischlehrer Frau Troppmann und Herr Arnold. Unsere Austauschschüler gehen nun in den Unterricht, welcher um 8.00 Uhr beginnt. Wir bleiben im Foyer und haben bis 10.00 Uhr Zeit, uns auszutauschen und Tischkicker zu spielen. Um 10.00 Uhr verlässt uns die erste Gruppe, um das für Limoges bekannte Porzellanmuseum zu besuchen. Ich, welche im Gegensatz zu all meinen Freunden nicht in der ersten Gruppe bin, gehe nun in den Unterricht. Leider bin ich heute nicht in der Klasse meiner Austauschpartnerin, sondern alleine in einer wildfremden Klasse. Die zuerst aufkommende Angst, sich nicht zurechtzufinden, legt sich, als ein paar Schüler zu mir kommen und versuchen, sich mit mir auf Deutsch zu unterhalten. Am Ende lief es dann doch eher auf Französisch-Englisch hinaus!

Nach den 2 Stunden Unterricht ist es Zeit für das Mittagessen in die Kantine. Zugegeben: das Essen schmeckt tatsächlich sehr gut.

Nach dem Mittagessen geht es dann für die erste Gruppe in den Unterricht und für die zweite Gruppe ins Porzellanmuseum. Als erstes werden wir in verschiedene deutsch-französische Gruppen aufgeteilt und bekommen ein Arbeitsblatt zur Porzellanherstellung, das wir gemeinsam ausfüllen mussten.  Anschließend gehen wir noch in die Porzellanausstellung, in der uns gezeigt wird, wie sich der Geschmack in Sachen Porzellan im Lauf der Zeit verändert hat. Auch wenn sich der Besuch sehr kurz angefühlt hat, war die Ausstellung schön und man konnte etwas über die Geschichte von Porzellan oder Keramik in Verbindung mit Limoges lernen. Zum Abschluss dürfen wir noch kreativ werden: wir bemalen Teller aus weißem Porzellan, wofür wir allerdings nicht sonderlich viel Zeit haben, und dürfen sie als Andenken mit nach Hause nehmen.

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Wir kamen dann zum Schulschluss wieder bei der Schule an, verbrachten den restlichen Tag mit unseren jeweiligen Austauschschülern und entspannten nochmal vor dem nächsten Tag. Allgemein war es ein sehr schöner Tag.

Mona & Janin

 Dienstag 27.9.22

Am Dienstag machten wir uns zuerst zu einem von Nazis zerstörten Dorf auf: Oradour-sur-Glane. Am Anfang bekamen wir eine interessante Führung von einer jungen Deutschen, die gerade ihr Freiwilliges Soziales Jahr dort absolvierte. Wir erfuhren ziemlich ausführlich, mit welcher Brutalität die deutsche SS-Division „Das Reich“ vorging und insgesamt 642 Männer, Frauen und Kinder umbrachte. Anschließend hatten wir Gelegenheit, das Dorf mit eigenen Augen zu betrachten – auch die Kirche, in der die Frauen und Kinder getötet wurden. Die Ruinen der größtenteils zerstörten Häuser zeugen noch heute von der schrecklichen Vergangenheit des einst so friedlichen Dorfes. Besonders erschreckend fanden wir, dass die SS-Leute davon überzeugt waren, dass das Umbringen von 642 Unschuldigen das Richtige war.

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Anschließend ging es dann wieder zurück zum Mittagessen in die Schule, bevor wir am Nachmittag nochmals einen Programmpunkt hatten: Besuch und Führung in der Moulin du Got, wo aus traditionellen Materialen hochwertiges Papier hergestellt wird – wieder, denn bereits vom 15. Jahrhundert an bis 1954 war es eine Papiermühle. Das Besondere an dieser Mühle ist auch die Verwendung von Pflanzenfasern und Gemüseschalen: so ist sie die Einzige in Europa, die Spargelschalen zur Papierherstellung benützt.

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Im zweiten Teil der Führung erfuhren wir etwas über historische Druckpressen und die Geschichte des Buchdruckes. Zum Schluss konnte man sich noch ein paar Souvenirs aus Papier kaufen.

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Es war ein sehr eindrucksvoller Tag.

Amadeus & Jakob

Mittwoch 28.9.22

 Der Mittwochmorgen begann mit einem Spaziergang in die Innenstadt von Limoges, um von dort aus in die Bimmelbahn („Petit train“) einzusteigen. Obwohl es etwas regnete, war die Fahrt sehr angenehm. Auf der Fahrt durch die Stadt wurden uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten erklärt, z.B. das Rathaus, die Kathedrale St. Étienne und der Bahnhof Gare des Bénédictins – angeblich der schönste ganz Frankreichs.

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Anschließend gingen wir gemeinsam mit unseren Lehrern in das Kaufhaus Monoprix (endlich ein bisschen shoppen!), stärkten uns in einer Bäckerei und bewunderten in den erst vor kurzem restaurierten Markthallen („Les halles“) die vielen frischen Leckereien, die es dort zu kaufen gibt. Viele von uns stärkten sich erst einmal am Crêpe-Stand. Besonders beeindruckt haben uns die Stände mit den Fischen, Austern, Muscheln und anderen Meerestieren, sogar lebendige Langusten gab es zu sehen.

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Am Mittwochnachmittag haben in ganz Frankreich die Schüler frei. Wir haben ihn bei unseren Gastfamilien verbracht, die sich ein schönes Programm für uns überlegt hatten. Wir haben u.a. das Aquarium in Limoges besucht, bei den Großeltern vorbeigeschaut oder beim Fußballtraining zugeschaut.

Es war ein sehr schöner Tag.

Lilly, Dominik & Louis

Donnerstag 29.9.22

Der Donnerstag begann mit einer 2-stündigen digitalen Schnitzeljagd am Ufer des Flusses, der durch Limoges fließt. Man konnte zwar die schönen Ufer der Vienne betrachten, doch alles in allem war es für die meisten von uns recht verwirrend, da fast alle – auch die Lehrer - mit der App überfordert waren.

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Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Kantine hatten wir noch etwas Freizeit auf dem Pausenhof, die wir sehr genossen, und machten auch schnell neue Bekanntschaften mit anderen französischen Schülern.

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Anschließend ging es zu einer Burgruine, dem Château de Châlucet, wo wir nochmals viel an der frischen Luft waren und wegen des anstrengenden Aufstiegs ganz schön geschafft waren. Wir bekamen wieder eine Führung und erfuhren, dass der obere Teil aus dem 13. Jahrhundert und der untere sogar aus dem 12. Jahrhundert stammt. Die Burg diente sowohl als für damalige Verhältnisse recht luxuriöse Residenz als auch zur Verteidigung. Wir bekamen auch eine gute Vorstellung von dem unterhalb gelegenen Dorf, dessen Grundrisse ausgegraben wurden. Allerdings waren wir nach dem anstrengenden Tag nicht mehr so ganz aufnahmefähig und entwickelten eigene interessante Theorien, z.B. dass Stabhochsprung sicherlich eine Art der mittelalterlichen Burgeroberung des 13. Jahrhunderts war.

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Spaß gemacht hat uns der Aufstieg auf einem Turm, der Tour Jeanette, von wo aus man eine tolle Aussicht hatte.

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Abends fand dann noch die Fête d’adieu in der Schule statt, wo wir gemeinsam mit unseren

corres, deren Eltern sowie den französischen und deutschen Lehrern unseren Abschied feierten. Es wurden verschiedene Reden gehalten und wir bedankten uns bei unseren Gastfamilien mit einer kleinen Einlage auf Französisch. Die Eltern brachten leckere Sachen zum Essen mit, z.B. Quiches, Pizza, Hühnerschlegel, Apfelkuchen und Flan, eine Art Puddingkuchen. Und schon war auch der letzte Abend wieder vorbei.

Ida & Mathilda

Freitag 30.9.22

Heute stand zum Abschluss der Frankreichwoche nur noch die Rückfahrt an. Wir alle waren ein bisschen enttäuscht, dass es schon vorbei war, freuten uns aber auch alle auf unsere Familien und das anstehende Wochenende zuhause. Diesmal trafen wir uns mitten in Limoges vor dem Porzellanmuseum zur Abfahrt. Pünktlich um 7.30 Uhr ließen wir Limoges hinter uns und machten uns wieder auf den Heimweg. Nach zwölf Stunden Fahrt passierten wir die deutsche Grenze und erreichten um 1 Uhr nachts endlich die Schule. Der Besuch der Franzosen bei uns findet nächstes Jahr im März statt und wir freuen uns schon, unsere Austauschpartner wiederzusehen.

Alexander & Moritz 

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